Endlich komme ich dazu unser Rezept für den „perfekten“ Pizza-Teig hochzuladen. Hat ja wirklich lange gedauert und ich weiß den Grund dafür ehrlich gesagt nicht mehr. An dieser Stelle vielen Dank an Stephan, der mich nur mehrmals erinnern musste 🙂

Here we go…

Nach langem Lesen und dem darauf folgenden Testen des Rezepte kann ich sagen, dass alles andere als TYPO „00“ einfach nicht geeignet ist. Hefe immer frische Hefe einen Würfel) nehmen. Und beim Pizzabacken überlegen, was für einen Hefeteig man im Anschluss machen möchte.  
Ich stell mir gerade die Fragezeichen vor, die über den Köpfen aufleuchten…

Erläuterung
Hefe ist ein super Treibmittel. Es wird in der Pizza benötigt, damit der Teig aufgeht und sich die großen Poren bilden. Wenn man nur die Tiefkühlpizza kennt, ist das was neues 🙂
Jedenfalls ist Hefe auch sehr dominant im Geschmack. Das will man z. B. beim Hefezopf erreichen. ein Würfel Hefe hat 25 Gramm. Für dieses Rezept (für 11 Pizzen) benötigen wir 3 Gramm. Nein, das ist kein Schreibfehler. Drei Gramm.
Wir machen eine sogenannte Kaltgare und dadurch braucht der Teig 2-4 Tage (je nach Temperatur) um weiterverarbeitet zu werden.

Wenn der Plan ist, dass am Samstag Gäste zum essen kommen, sollte man am Mittwoch abends den Teig machen.

Nein, nein! Mein Mutter hat immer einen Hefeteig gemacht und den eine Stunde gehen lassen, ausgerollt, ein Backblech eingeölt, den Teig daraufgelegt. Noch etwas Ketschup drüber und mit Salami, Schinken und Käse belegt. Nach 20-30 Minuten im Ofen konnten wir leckere Pizza essen!

Ehrlich, so kannte ich das auch. Und war fasziniert, warum es beim Franco total geil schmeckte und viel besser war. Aber das lag nur am Pizzaofen 🙂  Genau!

Hier ist die Krux der Sache: wenn man spontan Freunde einlädt, sollte man was schnelles machen, das auch schmeckt. Ich weigere mich meinen Gästen Schmarrn vorzusetzen. Es sind ja Freunde, und die will ich eigentlich verwöhnen.

Zurück zum Rezept.

Das Wasser sollte um die 22° haben, als Salz nehme ich fein gemahlenes Meersalz und kaltgepresstes Olivenöl.
Bei der Hefe habe ich mit der normalen Hefe (25 Gramm für 9 Cent) und der Dr. Oetker Hefe (25 Gramm 20 Cent) rum-experimentiert. Ich konnte keine Unterschiede feststellen. Falls jemand weiß, was ich hier falsch mache, bitte melden (evtl muss ich bei der Hefe um die Schüssel tanzen, man weiß es einfach nicht..)

Zur Portionierung der Zutaten (für ca. 11 Pizzen a 250g)

Die folgenden Mengenangaben beziehen sich auf 1 Liter (1000 ml) Wasser

  • Wasser 1 Liter (1000 ml)
  • Salz 50-55 g
  • Hefe 3 Gramm
  • Olivenöl 50 Gramm
  • Mehl 1,7 / 1,8 kg (abhängig von der Stärke)

Wenn man einen Sohn hat, der einem hilft aber sich mit der Waage nicht auskennt ist es ratsam zu wissen, dass die Hydration 55% haben muss (Verhältnis Teig/Wasser).

Dieses Bild zeigt meine Pizzakugeln, die ich am Samstag machen werde. Geplant waren 16 Pizzen. Jetzt werden es -durch den Messfehler- 29! Aber meine Nachbarn freuen sich sicherlich 🙂

Ich muss einfach ein Holzscheit mehr in den Ofen werfen, dann reicht es.
nee..ist absoluter Quatsch. Wenn  der Ofen warm ist, hält er die Temperatur über mehrere Stunden. Eine Pizza dauert ca 2 Minuten. Der Zauber ist also in einer Stunde vorbei.
OK, dauert etwas länger, da die Gäste nach der ersten Pizza platt sind und im Haus rumliegen. Ich darf dann die restlichen immer alleine machen 🙂

Verarbeitung
Das Wasser kommt in die Rührschüssel und wird mit dem Salz vermengt bis es aufgelöst ist. Danach wird die frische Hefe zugegeben und solange gerührt bis diese ebenfalls nicht mehr sichtbar ist.

Vom Teig werden 10% genommen und dem Wasser/Salz/Hefe Mix zugegeben.

Nachdem alle gut vermengt ist, gibt man das restliche Mehl und den Mix in ein große Rührmaschine und lässt diese den Teig für 20 Minuten kneten. Ich gebe immer etwas Ölivenöl dazu, um den Teig geschmeidiger zu machen. Das merkt man beim ausrollen.

Den fertigen Teig in eine Schüssel umfüllen und auf einem Nudelbrett mit der Hand etwas durchkneten und eine Kugel formen.

Mit einen feuchten Geschirrtuch abdecken und für zwei Stunden stehen lasen.

Den Teig portionieren (220-250g) und daraus die Kugeln drehen. Wer keinen Gärschrank hat, packt die Kugeln in eine Plastikdose und verschließt diese. Ich habe noch aus alten Beständen einige rumliegen gehabt. Es geht auch eine Kuchenformen (Obstkuchen mit Deckel). Die lasse ich im Keller einfach stehen und der Hefe ihren Job machen.

Am Pizza Tag hole ich die Portionen raus und drehe mit den Händen die Pizza. Das kostet etwas Übung und treibt einen zur Verzweiflung. Warum nicht mit einem Nudelholz? Weil man dann die Poren platt macht und der perfekte Boden zerstört wird. Ich meine, wenn man sich schon die Arbeit macht, dann will man auch so gut wie möglich sein. Es gibt zum Glück einige YouTube Videos darüber.

Das Rezept der Tomatensose befindet sich HIER

Wie gesagt: Ausdrehen, belegen und ab in den Ofen. 2 Minten später die Gäste beim Essen beobachten und sehen, dass sie neidisch sind 🙂

Meine Familie geht nicht mehr zum Italiener und ist dort Pizza. Alles andere schon. Ich bin eigentlich richtig froh, dass die noch keine meiner selbstgemachten Nudeln probiert haben, sonst kriege ich die überhaut nicht mehr los 🙂 

TIPP
Wenn man -wie ich- ein paar Meter zum Ofen gehen muss und direkt neben den Ofen nicht belegen kann (Winter, kalt, Regen usw.) empfehlen sich Pizzableche aus Blaublech. die gibt es immer mal wieder im Angebot zu kaufen und kosten keine Unsummen. Man muss nur darauf achten, dass man nach der Pizza Orgie die Bleche einölt. Blaublech ist nicht beschichtet und rostet.

 Wer Fehler findet, darf diese gerne mir mitteilen. Bin immer für Anregungen offen und werde das dann ausprobieren und eventuell mein Rezept abändern (wobei hier die Messlatte schon recht hoch liegt, da bisher 428 (29 Einträge) Pizzen durch den Ofen gelaufen sind).